Montag, 31. August 2026, 20.20 Uhr
Was bedeutet es, in einer Grenzregion zu leben, die mehrere Sprachen und Traditionen vereint? Diese Frage hat sich ein italienisches Filmteam aus Mailand gestellt und sich auf die Suche nach Antworten gemacht.
Herausgekommen ist eine TV-Dokumentation, die eine neue Perspektive anbietet. Wiege des Films ist das Buch von Carlo von Guggenberg ("L'Altro Adige", also "Das andere Südtirol"), das das Leben des Enkels zweier konträrer Überzeugungen schildert. Jener nämlich eines Dableibers und jener eines Optanten. Einer von diesen Großvätern war Otto von Guggenberg, der 1939 für das Dableiben optierte und einer der Gründer der Südtiroler Volkspartei war. Im Jahr 1946 überquerte er heimlich und zu Fuß die Alpen, um an der Pariser Friedenskonferenz teilzunehmen, wo das erste Autonomiestatut beschlossen wurde. Der andere Großvater, Paul Mayr, führte als Optant fast 50 Jahre die Geschäfte der Sparkasse Bozen und leitete während der nationalsozialistischen Besetzung den Bankensektor des Landes. Neben diesen und anderen Erzählungen des heutigen Carlo Guggenberg fängt die Doku auch Analysen von Historikern (Günther Pallaver und Andrea Di Michele), Politikern (Romano Prodi, Arno Kompatscher und Eva Klotz) und Freidenkern (Reinhold Messner) ein. Eine Doku von außen für den Blick nach innen, eine Geschichte aus der Nähe, von einem Südtiroler in der Ferne.